Finde deinen Wohlfühlort

Wie ich in meinem letzten Eintrag schon erwähnt habe, finde ich es sehr wichtig, eine Art Gebrauchsanweisung für sich selbst zu erstellen. Ob man dies nur in seinem Kopf macht oder tatsächlich Stift zu Papier bringt, ist jedem selbst überlassen. Die wichtigeren Infos in dieser Anleitung sind für mich definitiv wie man am besten damit umgeht, wenn man gerade nicht allzu gut drauf ist. Denn man hat diese Tage einfach, an denen es einem unerklärlicherweise einen dunklen Filter vors Sichtfeld legt. Und genau dann ist es wichtig zu wissen, "wie komme ich da am schnellsten wieder heraus?" Denn es ist immerhin unsere Lebenszeit die uns da durch die Finger rinnt.

Einer der wichtigsten Faktoren, wie ich für mich selbst herausgefunden habe, der meine Stimmung beeinflusst, ist der Ort an dem ich mich aufhalte. Natürlich kann man das nicht immer selbst entscheiden, weil man ja oft auch in der Arbeit oder Schule festsitzt, aber selbst dann hilft es daran zu denken, wo man hingeht, wenn man damit durch ist.

Es ist witzig, denn für die längste Zeit dachte ich dieser Ort ist für mich mein Bett. Eingekuschelt in flauschige Decken mit warmem Tee, Serien und Filmen am Laptop, abgeschnitten vom Rest der Welt. Und mein natürlicher Instinkt zieht mich immer an diesen Ort, doch immer wenn ich mir nachgebe und denke ich ruhe mich da ein wenig aus um dann mit aufgetanktem Energietank wieder durchzustarten, passiert genau das Gegenteil. Ich versinke immer tiefer in meine negative Gedankenwelt und auch meine restliche Energie schwindet dahin. Ich habe lange gebraucht um das zu begreifen, muss ich gestehen.

Meine Mutter hat früher immer zu mir gesagt man müsse mich 'zu meinem Glück zwingen'. Ich hab das damals natürlich nicht verstanden, ich dachte nur das ist doch totaler Quatsch, wenn man jemand zu etwas zwingen muss dann kann das nicht zu deren Bestem sein. Doch heute weiss ich, das ich genau so funktioniere, und das tun viele Menschen denke ich. Man hat im Erwachsenenalter nur niemand mehr der einem Irgendetwas vorschreibt, und versteht mich nicht falsch, das finde ich natürlich wunderbar, nur gehört nun auch eine Menge Selbstdisziplin dazu, sich zu seinem vollen Potential zu entfalten.

Also gerade wenn man nicht ganz man selbst ist, muss man sich aufrappeln und zu etwas bewegen von dem man gerade nicht denkt, dass es einem guttut, sich aber selbst gut genug kennt, um zu wissen, dass es das doch tut. Für mich heisst das in solchen Momenten, mich an einen Ort zu begeben, an dem ich neuen Mut fassen kann, mich vielleicht sogar inspiriert fühle für neue Projekte. Für mich sind das Orte bei denen ich zuallererst einmal das Haus verlassen muss, bei denen ich mich anziehen muss und meine Haare kämmen und vielleicht sogar ein bisschen Make-Up auftragen muss, und sofort merke ich, ich fühle mich schonmal ein bisschen besser. Fake it 'till you make it, as they say. Wie ich für mich herausgefunden habe sind meine Wohlfühlorte, meine Energietankstellen, die Orte, an denen sich Menschen befinden, aber keine die ich kenne. Ich bin gerne allein unter Fremden, wo mich niemand anspricht und fragt, wie es mir geht. Das kann ein Cafe sein, das Kino, die Bücherei oder einfach ein Bummel in einer Einkaufspassage. Ich weiss nicht genau warum es diese Orte sind an denen ich mich am meisten wie ich selbst fühle, wenn ich mit Leuten darüber rede verstehen sie das oft nicht, sie sagen sie wären viel lieber unter Freunden oder Familie, Menschen die sie lieben, nicht alleine. Jeder Mensch ist diesbezüglich nunmal so unterschiedlich, dass es unmöglich ist sich gegenseitig Ratschläge zu geben, denn niemand kann in den Kopf eines anderen schaun. Wir kennen uns selbst am besten, und müssen deshalb immer mehr an unserem Verhalten fine-tunen, verbessern was wir können. Deshalb fordere ich euch heraus, mal genau zu beobachten, wie ihr euch in welcher Situation an welchem Ort fühlt, und diese Info bewusst einzusetzen.

Viel Erfolg dabei! Bis demnächst,

E.

 

EmmaComment