Die Multitasking-Falle

Heutzutage feiern wir das Multitasking. Immer geht es darum möglichst viel auf einmal zu machen und niemals eine Sekunde weder Kopf noch Hände unbeschäftigt zu lassen. Reden und am Handy schreiben. Googeln und laufen. Arbeiten und Musik hören. Immer haben wir auch im Hintergrund irgendetwas laufen. Eine konstante Beschallung während wir versuchen klare Gedanken zu fassen.

Während wir also denken, das Multitasking wäre ein Talent, dass es ermöglicht mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, ist es eigentlich eine schreckliche Angewohnheit bei der wir verlernen Dinge auszublenden. Alles was Konzentration ausmacht ist doch die Fähigkeit etwas auszublenden, so dass man sich ungestört mit einer Sache beschäftigen kann. Doch beim Multitasking tun wir genau das nicht. Wir lassen uns von ALLEM ablenken.

Wir schaffen es darum leider immer nur alles so halb zu machen. Gerade so, dass es erledigt ist aber nie so richtig. Wie denn auch, wenn wir nie wirklich bei der Sache sind. Nie widmen wir der Sache unser ganzes Sein, unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. (Kann es sein, dass sowas bei Vorstellungen nicht mal mehr gesagt wird, weil sie wissen dass das heutzutage nicht mehr möglich ist? (R.I.P. ungeteilte Aufmerksamkeit))

Doch es ist ziemlich offensichtlich, das alle Menschen die eine hohe Intelligenz und Lebenserfahrung ausstrahlen immer eins gemeinsam haben: wenn sie etwas machen, dann machen sie es. Konzentrieren sich voll und ganz auf genau das was sie tun. Und genau darum mache ich mir ernsthaft Sorgen. In unserer Generation lernen wir das nicht mehr und vielleicht werden wir das auch nie. Die Handys sorgen immer für Ablenkung, selbst in der S-Bahn sitzt keiner da und schaut einfach aus dem Fenster. Alle suchen sich am Handy irgendeine Ablenkung, weil niemand mit den eigenen Gedanken allein sein will.

Also was tun: Was wir nun tun sollten, da wir gemerkt haben, wie schädlich dieses Verhalten ist, was können wir dagegen tun? Die klare Entscheidung treffen, eine Sache nach der anderen zu machen und Ablenkungen auszuschließen auch mal nur auf den Bus zu warten. Zu stehen und zu warten ohne etwas anderes zu tun. Schwerer als es klingt mit dem Handy in der Tasche, glaubt mir. Wir fühlen uns immer ein bisschen komisch, wenn wir nicht immer irgendwie beschäftigt sind. Auch fürs lernen für die Schule oder die Uni ist es extrem hilfreich das intensive Lernen zu lernen. Und man muss das wirklich trainieren, dann merkt man auch Fortschritte. Dafür bietet sich das Intervallarbeiten an. Also immer 10 Minuten arbeiten, 10 Minuten etwas anderes machen. (z. B., es geht natürlich auch mit anderen Zeiten.) Das ist ein sehr gutes Training für intensives Arbeiten, da wir wissen, es ist nur für eine kurze Zeit, deshalb können wir es durchhalten.

Ein YouTube-Video, dass dafür super ist, ist von Savannah Brown, die genau dieses Prinzip als Livestream macht, in dem sie abwechselnd in Phasen arbeitet und redet. Man ist dabei also fast gezwungen auch zu arbeiten, und ich finde, das funktioniert super!

https://www.youtube.com/watch?v=EGKRw82R270&t=4113s

EmmaComment