Da ist was dran: Mantras

Religiöse möchtegern-Hexerei oder genialer Psychotrick?

Kopie von comfort zone.png

Im Hinduismus kann ein Mantra eine Silbe, ein Wort oder eine Wortfolge sein, die  wiederholt aufgesagt, gedacht oder gesungen wird. Dessen Ziel ist es als zentraler Bestandteil des Meditierens den Geist in Einklang mit dem Universum oder einer Gottheit bringen. Auch Fokussierung auf eines der Energiezentren im Körper.

Auch wenn es nicht jeder darauf absieht (oder besser gesagt sich zutraut) den Geist direkt in den Einklang mit dem Universum zu bringen ist da trotzdem was dran, das jedem von uns was bringt. Man muss ja nicht unbedingt die buddhistischen Wörter und Klänge nehmen die vielleicht schwer zu verstehen sind oder einem nicht viel bedeuten, man kann ja eigene Sätze hernehmen von denen man weiß, dass sie einem guttun würden zu verinnerlichen. Es klingt vielleicht bescheuert oder verrückt, vielleicht ein bisschen nervig einen Satz wieder und wieder zu wiederholen, aber durch die Wiederholung wird etwas angenommen. Je öfter unserem Gehirn etwas begegnet, als desto wichtiger ordnet es es ein, und speichert es ab. Wie oft müssen wir etwas wiederholen, bis unser Gehirn es annimt? Je öfter, desto besser, denn da draußen gibt es viel negativität aber vor allem da drinnen, in unserem Kopf schwirrt ständig was schlechtes rum, da muss man schon dranbleiben um das zu übertönen und sich durchzusetzen.

Doch wenn du es einmal spürst, dann weißt du: es funktioniert. Dieses Klicken, diese Wärme die sich ausbreitet. Etwas verändert sich. Es wird angenommen, es wird verstanden es wird verinnerlicht.

Besonders beim Meditieren ist das natürlich gut. Aber auch es oft aufzuschreiben, oder zu lesen ist wirkungsvoll. Vielleicht eine Liste im Handy, die man immer wieder durchliest. Denn man kann nicht von jemandem verlangen, einem wieder und wieder zu sagen wie toll man ist, auch wenn das gut funktioniert und wenn ihr einen Partner habt, der da mitmacht, warum nicht.

Wir wissen es funktioniert weil wir es anders herum von Natur aus wunderbar beherrschen. Wir wiederholen liebend gerne wieder und wieder wie schlimm alles ist und verinnerlichen so unsere Probleme. Wir ziehen uns ganz selbstverständlich runter denn Hass und negativität ist leicht. Ich weiß nicht genau, woran das liegt aber so ticken viele von uns.

So ist das nunmal, alles was gut ist muss aktiv hervorgebracht werden, das schlechte kommt von alleine.

Wir müssen also herausfinden, was ist es was wir verinnerlichen müssen? Was wir nicht nur logisch verstehn müssen aber auch annehmen um es umsetzen zu können. Und jeder hat sowas. Es ist bei jedem Unterschiedlich aber wir sind alle manchmal unzufrieden und oft muss das nicht sein. Ich höre so oft von Freunden (und kenne es natürlich selbst auch): “Ja ich weiß es ja, ich kann nur nichts machen, ich bin so blöd ich nerv mich ja selber, ich weiß, dass das nicht so schlimm ist eigentlich aber…”

Viele Menschen akzeptieren ihre negativen Eigenschaften, Gewohnheiten und Meinungen über sich selbst einfach, als wären sie in Stein gemeißelt. Ich kann das nicht akzeptieiren und will das auch absolut nicht. Und das sollte niemand. Außerdem weiß ich inzwischen, dass man es nicht muss. Wenn man eine Sache wirklich kontrollieren kann, dann ist es man selbst. Und das heißt nicht dass du dich nicht magst, und du dich nicht so akzeptierst wie du bist, ganz im Gegenteil. Du akzeptierst genau wer du bist indem du herausfindest, wie du tickst. Und indem du dein Verhalten und Denken aktiv in die Hand nimmst fällt es dir auch wieder leichter Verantwortung dafür zu übernehmen und auf deine guten, hart erarbeiten Eigenschaften stolz zu sein. Es tut gut sich nicht einfach treiben zu lassen und Kontrolle zu gewinnen.
Fakt ist: du weißt ganz genau, was du brauchst. Du weißt, wo deine Unsicherheiten stecken und was dir guttut zu hören.

Es gibt diese Dinge die wir, wenn wir es logisch betrachten, wissen aber nicht verinnerlichen können. Die einfach nicht vordringen in unser Gehirn. Die wir nicht annehmen wollen. Vielleicht weil wir gelernt haben es ist schlecht ein Ego zu haben und von sich selbst überzeugt zu sein. Man soll bescheiden sein, vor allem als Frau. Weil wir gelernt haben wir sind, wie wir sind.

Aber damit soll Schluss sein, wenn uns jemand programmiert, dann bitte wir selbst. Denn man darf nicht vergessen: Die Konsumgesellschaft und das ganze System basiert auf der Grundvoraussetzung dass wir uns selbst nicht leiden können, also seid mutig und rebellisch und seid nett zu euch selbst.

Hier sind ein paar Beispiele:

Ich bin genug.

Ich gebe mein bestes und das reicht.

Jeder macht Fehler und das ist okay.

Nimm das Leben mit ein bisschen Gelassenheit.

Ich habe keine Angst vor Arbeit, weil ich weiß, dass ich es kann.

Ich bin zufrieden damit, wer ich bin.

Ich mag meinen Körper weil er mein Zuhause ist.

Andere Leute denken gar nicht über mich nach.

Meine bloße Existenz ist gut genug, niemand fände es besser wenn ich nicht mehr da wär.

Ich bin mutig und stark und lass mich nicht unterkriegen.

Ich mag mich.

Ich muss mich auch mal ausruhen, aber eine Pause ist nicht aufgeben.

xx